Programme

Unsere Programme lassen sich auch abseits der folgenden Vorschläge mit anderen Werken frei kombinieren und gestalten.

  • “UNERHÖRT UNGEHÖRT”

Daniel Linton-France (* 1973): „Tanz und Chaconne“ aus der Oper K und G für Klarinette, Klavier und Violoncello (2008/2009).

Louise Farrenc (1804-1875): Trio Es–Dur op.44 (1856)

Emil Hartmann (1836-1898): Serenade A-Dur op.24 für Klarinette, Violoncello und Klavier (1878)

Paul Juon (1872-1940): Trio Miniaturen (1920)

Die Besetzung des klassischen Klaviertrios mit Klarinette hat sich nach der Erfindung der Klarinette zu Beginn des 18. Jahrhunderts erst im 19. Jahrhundert richtig etabliert. Viele Werke sind dennoch zu Unrecht in Vergessenheit geraten oder im Bereich der zeitgenössischen Musik noch so neu, dass sie selten gespielt werden. Dieses Programm spannt den Bogen von 150 Jahren Musikgeschichte quer durch Europa bis in die Gegenwart. Dabei lassen sich sowohl die Fülle der Klangfarben dieser Besetzung als auch einige im klassischen Musikleben bislang wenig präsente Komponist*innen entdecken.

 

  • “NUR GASSENHAUER?”  

Ludwig van Beethoven (1770-1827): Trio B-Dur op.11 (“Gassenhauer-Trio”)

Nino Rota (1911-1979)Trio für Klarinette, Violoncello und Klavier (1973)

Carl Frühling (1868-1937)Trio in a-Moll op.40 für Karinette, Violoncello und Klavier

Beethovens Gassenhauer-Trio erhielt seinen Namen durch den Variationssatz über das Terzett “Pria ch’io l’impegno” aus J. Weigls  “L’amore marinaro”, das im Wien um 1800 auf aller Lippen lag. Der junge Beethoven adelte sozusagen einen populären Ohrwurm durch sein kunstvolles Trio. Hingegen wurde Nino Rota trotz eines umfangreichen Werkes aller Stile vor allem für seine Filmmusik (“Der Pate”) bekannt und preisgekrönt. Sein Klarinettentrio ist jedoch ein bemerkenswerter Ausflug ins Genre der “ernsten Musik”. Hier ergehen sich eingängige Melodien und zirkusartige Passagen in zum Teil gewagten Modulationen. Den Namen des Wiener Komponisten Carl Frühling kennt man eher aus der Salonmusik – dennoch hinterließ auch er ein wunderschönes, eindrücklich komponiertes Trio. So reichen sich die sogenannte leichte Muse und schwere Kost die Hand.

 

  • “ENTDECKER UND ENTDECKTE.“

Johannes Brahms (1833-1897): Trio a- Moll op. 114

Robert Schumann (1810-1856)Drei Fantasiestücke für Klarinette oder Violoncello und Klavier op. 73

Alexander Zemlinsky (1871-1942): Klarinettentrio d-Moll op. 3

Diese drei Werke eint neben der Tatsache, dass sie zu den schönsten und bedeutendsten für diese Besetzung gehören, eine besondere Verbindung ihrer Komponisten. Robert Schumann hatte sich bereits als Komponist und Herausgeber der Neuen Zeitschrift für Musik einen Namen gemacht, als er den jungen Brahms kennen lernte. Er unterstützte und förderte Brahms und schrieb lobende Worte über ihn. Als wiederum der junge Zemlinsky  1893 Johannes Brahms sein Klarinettentrio vorlegte, hatte dieser zwei Jahre zuvor bereits sein Trio für seinen Freund, den Klarinettisten Richard Mühlfeld geschrieben. In Brahms hatte nun Zemlinsky einen Förderer gefunden, der sein Trio einem Verleger empfahl. Auch wenn Zemlinsky zu den geistigen Vätern der Neuen Wiener Schule zählt, kann man doch auch deutlich den Einfluss der Brahmsschen Musik hören.

 

  •  „EINE BEGEGNUNG MIT FOLGEN“
Johannes Brahms (1833-1897): Trio a- Moll op. 114
 
Carl Frühling (1868-1937)Trio in a-Moll op.40 für Karinette, Violoncello und Klavier
 
Nino Rota (1911-1979)Trio für Klarinette, Violoncello und Klavier (1973)
 
Die Begegnung mit dem Meininger Hofklarinettisten Richard Mühlfeld brachte Johannes Brahms dazu, sich nach einer Schaffenskrise wieder intensiv der Komposition zu widmen. Das dabei entstandene Klarinettentrio ist eines der bekanntesten Werke seiner Gattung und inspirierte zahlreiche nachfolgende Komponisten auf unterschiedlichste Weise zur Beschäftigung mit dieser Besetzung.
 
 
 
  •  SCHNITTSTELLE WIEN

Ludwig van Beethoven (1770-1827)“Gassenhauer –Trio” op. 11

Anton von Webern (1883-1945)3 kleine Stücke für Violoncello und Klavier op. 11

Alexander Zemlinsky (1871-1942) Trio a-Moll op. 3

Alle Stücke des Programms enstanden in Wien, wenn auch zu unterschiedlichsten Zeiten. Sie bilden einen Querschnitt durch einen wichtigen Teil der Musikgeschichte. Das nach einem ihm im 3. Satz zu Grunde liegenden Ohrwurm aus dem Wien um 1800 benannte Gassenhauertrio ist ein Beethovensches Meisterwerk. Dem gegenüber stellen wir Zemlinskys Trio, das zwar noch in klassisch- romantischer Tradition seiner Vorgänger steht, doch schon ein deutlicher harmonischer Vorbote der auf ihn folgenden Neuen Wiener Schule ist. Zu dieser wiederum zählt Webern, der sein Handwerk bei Arnold Schönberg lernte-einem Schüler Alexander Zemlinskys.